Ein bisschen Heilpflanzen Geschichte darf nicht fehlen. Es ist für mich so faszinierend und fast schon ein wenig verrückt, dass wir Menschen schon so viele verschiedene Lebensstile und die abgefahrensten Epochen hinter uns haben – und vor allem – haben wir das auch noch alles überlebt. Und Heilpflanzen waren immer mit dabei!

 

Man kann schwer davon ausgehen, dass Menschen Heilpflanzen schon immer genutzt haben. Woher sie wussten, wie sie wirken? -> Am Anfang wohl purer Instinkt. Das wurde auch bei Menschenaffen, Schafen und anderen Tieren entdeckt. Alle nutzen die heilenden Wirkungen frei nach Bauchgefühl.

Heute wissen wir, dass bereits die Jäger&Sammler der Jungsteinzeit Heilpflanzen nutzten. Die 5300 Jahre alte Gletschermumie Ötzi trug Birkenporlinge mit sich. Das ist ein Pilz der unter anderem bei Magenproblemen hilft. Beweise, die noch weiter in die Vergangenheit greifen, gibt es noch nicht, aber wenn der Ötzi schon wusste was man für seinen Magen tun kann, dann sicher auch seine Ur-Ur-Ur- Großeltern.

Es gibt zahlreiche alte Schriften in denen Heilpflanzen und deren Wirkungen vorkommen. Beispielsweise im alten Testament, im Papyrus Ebers von den Ägyptern (1550 J. v. Chr.), „De Materia Medica“ aus der griechischen und römischen Antike (1. Jh. n. Chr.) und so weiter.

 

Der Papyrus Ebers fasziniert mich davon besonders.

Es ist ein fast 19 Meter langes Schriftstück, rund um das Thema Medizin. Vor über 3500 Jahren haben die Ägypter um die 800 Rezepte gegen Krankheiten aufgeschrieben und sind dabei näher auf Symptome und die Diagnosen eingegangen. Das Spektrum ist riesig, sie hatten fast für jedes Problem etwas dabei: angefangen bei Schnupfen, Asthma, Herzerkrankungen, Haarausfall, Brand- und Bisswunden, bis hin zu verschiedenen Schmerzmitteln.

In den Rezepten kommen einige Heilpflanzen vor. Beispielsweise: Kümmel, Datteln, Feigen, Weide, Schilfrohr, Granatapfelbaumwurzeln, Dornakazienblätter und viele weitere. Außerdem verwendeten sie auch tierische Produkte wie Honig, Milch und Fette. Das hat sich Cleopratra ja schon gerne gegönnt. Nebenbei ist es vielleicht auch interessant zu wissen, dass die Ägypter, so wie wir heute, schon Fachärzte hatten – sprich Zahnärzte, Internisten, usw.

 

Ein Teil aus dem Papyrus Ebers zum Thema Wundheilung

Weiter geht‘s in der Heilpflanzen Geschichte

Im Mittelalter haben es sich Nonnen und Mönche in Europa zur Aufgabe gemacht, alles Wissen zu sammeln, zu ergänzen und nieder zu schreiben. Alte hebräische, griechische oder lateinische Texte wurden übersetzt und so für die Masse zugänglich. Mit ihrem angesammelten Wissen und den gefüllten Heilpflanzengärten waren sie für ca. 500 Jahren die medizinische Versorgung des Volkes. Dank des Buchdruckes im 15 Jahrhundert konnte das Wissen dann verständlich an das Volk gebracht werden. Auch Informationen über den optimal Anbau von Heilpflanzen wurde mitgegeben. Damit hatte jeder die Möglichkeit, seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Es entstanden Bauerngärten, Pfarr- und Apothekergärten. Eine Grundversorgung wurde geschaffen.

 

Manche sagen, dass das Mittelalter die Blütezeit der Heilpflanzen war.

Danach wurde sie mehr und mehr von der heute führenden Schulmedizin verdrängt. Aber laut verschiedener Quellen ist seit ca. 15 Jahren wieder eine internationale Umorientierung spürbar. Es geht in eine Richtung, bei der Schulmedizin und Naturheilkunde Hand in Hand arbeiten können.

Ich hoffe dass uns der Zugang zu all dem Wissen heutzutage dazu verhilft, den gesündesten und sanftesten Weg für unsere Körper und Köpfe zu finden. Eben die perfekte Mischung aus vielen verschiedenen Bereichen.

 

Gesund lebt es sich am besten.

 

Eure Isabel

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